2015: Erste-Hilfe-Kurs in Swedru

In diesem Jahr fand, zusätzlich zu dem Regelunterricht, ebenfalls ein Erste-Hilfe-Lehrgang an der Salvation Army School in Swedru statt. Initiiert und durchgeführt wurde dieser vom Studierenden Henning Evers, ausgebildeter Sanitäter und Lehrgangsleiter des DLRG in Schleswig-Holstein.

Das Foto zeigt Henning bei der Demonstration der Stabilen Seitenlage vor den Schülerinnen und Schülern der Schule.

 

Henning Evers, Student der EUF und ausgebildeteter Sanitäter, demonstriert die stabile Seitenlage vor den Schülerinnen und Schülern in Swedru

Henning Evers, Student der EUF und ausgebildeteter Sanitäter, demonstriert die stabile Seitenlage vor den Schülerinnen und Schülern in Swedru

 

Erste-Hilfe-Kurse für die Schülerschaft der Salvation Army School Swedru, Ghana

Für meinen Aufenthalt in Ghana im Sommer 2015 habe ich mir neben gängigen Unterrichtsvorbereitungen noch etwas ganz besonderes für meine zukünftigen, ghanaischen Schüler und Kollegen ausgedacht: ich möchte mit ihnen kleine Erste-Hilfe-Kurse durchführen.

Recherche und Kommunikation ergaben, dass Erste Hilfe selbstverständlich auch in Ländern des globalen Südens geleistet werden muss. Leider ist „gängiges“ Wissen im Umgang mit Nasenbluten, Bewusstlosigkeit, Knochenbrüchen oder auch Kreislaufproblemen nicht weit in der Bevölkerung verbreitet; Wissen zur Ersten Hilfe nimmt dort einen (noch) niedrigeren Stellenwert ein als in Deutschland.

Dabei ist Erste Hilfe leisten und das Wissen, das zu diesen Hilfeleistungen gehört, für jedermann erlernbar. Es braucht wenig (oder gar kein) Material und etwas Know-How, um in Notfallsituationen gekonnt als Ersthelfer wirken zu können. Methoden, Tipps und Tricks sind ausgereift und sehr simpel in der Umsetzung; dementsprechend auch schnell zu erlernen. Eine kleine Einführung in medizinische Notfälle, mit denen Schüler und Lehrer vor Ort konfrontiert sind, wollte ich vor Ort vermitteln.

Hierzu habe ich in Deutschland ein halbes Frachtgepäckstück nur mit Sanitätsmaterial und Verbandkästen gefüllt. Das Material wurde zur Übung, aber auch zur Verwendung von „echten“ Notfällen von mir zur Verfügung gestellt.

In Absprache mit Verantwortlichen vor Ort hatte ich also während meiner dreiwöchigen Praktikumszeit die Möglichkeit, insgesamt drei Doppelstunden in Erster Hilfe zu unterrichten. Angedacht war eigentlich, einen kleinen Club zu gründen, der sich nach der regulären Unterrichtszeit trifft – alles freiwillig und unverbindlich.

Da das Interesse allerdings so groß war stand ich also bei der ersten Sitzung gut 150 Schülern gegenüber, die alle etwas über „First Aid“ (engl. Für Erste Hilfe) erfahren wollten. Sie waren schätzungsweise 10-16 Jahre alt; altersmäßig also ein bunt gemischter Haufen. Mit einer solchen Resonanz hätte ich nicht gerechnet; und so musste ich mein praktisch orientiertes Programm leicht umwandeln. Im Endeffekt habe ich also eine kleine „Vorlesung“ mit stichprobenartigen Übungsmöglichkeiten abgehalten.

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Henning Evers  -mit einem Süler der Salvation Army School in Swedru – demonstriert vor der Klasse den Einsatz von Materialien zur Ersten Hilfe

Die Kinder waren begeistert, als ich zur Veranschaulichung einen Verbandkasten öffnete und die enthaltenen Materialien hervorholte und Ihnen zeigte. Gleich in „steriles“ und „un-steriles“ Material unterteilt, stellte ich unter anderem die Funktionen vor und packte ein paar Verbände aus. Das hat die Kinder sehr gefreut, und je weiter die Zeit voranschritt, desto mehr Interesse zeigten sie daran, was man mit diesen Sachen alles machen kann.

Ein solch großes Interesse, wie ich es vorgefunden habe, ist für ein solches Lehrvorhaben möglichweise die wichtigste Komponente, um die Schüler längerfristig an ein Projekt zu binden. Viele Schülerinnen wollen später einmal Krankenschwester werden, wahrscheinlich weil sie sich davon eine sichere Zukunft erhoffen oder weil nahe Familienmitglieder den Beruf auch ausüben. Für sie ist dieses spezielle Angebot natürlich eine tolle Möglichkeit, schon einmal für später zu üben und schon einmal etwas über medizinische Erste-Hilfe zu erfahren.

Bei weiteren Terminen beschäftigten wir uns bereits mit den Themen „Wunden“, „Bewusstlosigkeit“ (und warum diese gefährlich werden kann) und in dem Zusammenhang auch mit der stabilen Seitenlage. Letztere habe ich den Schülern mit einem Kollegen auf dem Schulhof vorgeführt.

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Henning Evers demonstriert die Stabile Seitenlage vor den SuS der Salvation Army School in Swedru

Insgesamt habe ich drei 70-minütige Sitzungen mit den Schülern veranstaltet. Eine durfte ich sogar in einem regulären Unterrichtsblock halten. Zu diesem Zeitpunkt wäre eigentlich ein großer Religionsunterricht angesetzt gewesen. Da ich weiß, dass die christlichen Strukturen einen großen Stellenwert vor Ort einnehmen, wusste ich es sehr zu schätzen, dass ich gerade zu diesem Zeitpunkt mein Projekt durchführen durfte.

Leider konnte ich das Projekt aus Zeitgründen nicht langfristig anlegen. Zwei Lehrer versprachen mir, den Club mit den vorhandenen Materialien weiterführen zu wollen. Auch habe ich extra für die Schule eine Erste-Hilfe-Broschüre für Schüler und Lehrer angelegt, um ihnen alle notwendigen Informationen „in die Hand zu drücken“.

Ich hoffe, dass ich eines Tages zurückkehren und ähnliche Projekte durchführen kann.
(Text Hening Evers, Layout Nina Paarmann)

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