Schulpraktika in Ghana

(Text: Bea Lundt, Layout: Nina Paarmann)

Seit 2010 fahren Studierende der Europa-Universität Flensburg in jedem Jahr nach Ghana. Einer Exkursion im Februar 2010 folgte das erste Schulpraktikum im September/Oktober 2010. Danach folgten in jedem Jahr ein Schulpraktikum von 6-8 Wochen mit anschließender Reise in Ghana. Hinzu kamen verschiedene andere Aktivitäten: ein Auslandssemester einer Geographie-Studentin an der University of Ghana in Legon bei Accra, eine Reihe von Exkursionen im Fach Geographie (Leitung Prof. Holger Jahnke), ein außerschulisches Praktikum eines Studierenden des Master-Studienganges Kultur-Sprache-Medien im Goethe-Institut 2012, ein Projekt mit Studierenden in einer Slumschule in Accra, wobei ein Film entstand, Angebote zur Teilnahme an Tagungen 2011 und 2012, ein workshop sowie eine Exkursion zusammen mit Deutsch-Studierenden aus Togo entlang den Sklavenburgen in Ghana bis hin zu der Deutschen Handelsniederlassung Groß-Friedrichsburg 2012. Begleiter der Europa-Universität Flensburg bei den Schulpraktika waren neben Prof. Bea Lundt auch Dr. Wolfgang Schulz, Ulrike Bischoff-Parker, Alice Herrmann, Dr. Günter Rinke, Dr. Hans-Dieter Grohmann, Gabi Asmussen, außerdem Prof. Bodo von Borries (Universität Hamburg).

Aufbau des neuen Master-Studiengangs:
 
Die Neuorientierung im Bereich der Lehramtsausbildung an der Europa-Universität Flensburg sieht ab dem Wintersemester 2013/2014 in einem viersemestrigen Masterstudiengang „Master of Education Lehramt an Sekundarschulen“ auch ein forschungsorientiertes Praxissemester vor. Dieses wird im 3. Semester der MA-Ausbildung stattfinden. Es wird durch zwei universitäre Begleitveranstaltungen in den beiden Studienfächern sowie ein pädagogisches Seminar „Gemeinschaftsschule als professionelles Handlungsfeld“ ergänzt.
 
nachzulesen auf der homepage der Europa-Universität Flensburg unter:
http://www.uni-flensburg.de/fileadmin/databox/studium/praesentation/Info-Veranstaltung_neue-Masterstudiengaenge_27.06.2013.pdf

 

Praxissemester in Ghana seit 2015
 
Dieses Praxissemester kann auch im Ausland absolviert werden. Für die Europa-Universität Flensburg, die in unmittelbarer Nähe zu dem Nachbarland Dänemark liegt, ist eine grenzüberschrreitende Kooperation selbstverständlich und wird auch in verschiedenen Studiengängen professionalisiert. Die Aufgabe, Grenzen zu überwinden und Horizonte zu öffnen, hat die EUF daher in ihr Leitbild geschrieben.
Die EUF ist aber auch sehr interessiert daran, ihre internationalen Kontakte in Forschung und Lehre auszuweiten. Neben den engen Kontakten mit skandinavischen und anderen europäischen Ländern, für die das ERASMUS-Programm Stipendien bereithält, sollen insbesondere auch Kooperationen mit Ländern des Globalen Südens stattfinden. Seit 2010 gibt es bereits Schulpraktika in Ghana, die ca. 6 Wochen Unterricht in den Schulen unserer Pratneruniversitäten umfassten.
Von September bis November 2015 ist erstmalig eine Gruppe Studierender der Europa-Universität Flensburg in das westafrikanische Land Ghana ausgereist, um dort das 10-wöchiges Praktikum in den Kontaktschulen unserer Partneruniversitäten abzuleisten, wobei der besondere Fokus einer forschungsorientierten Projektarbeit gilt („Action research“). Diese Projektstudie, die sich mit einem schulischen Phänomen auseinandersetzt, wird in Kooperation mit den dortigen Hochschulen geplant, angefertigt, umgesetzt und ausgearbeitet werden.
 
In Ghana kommen folgende kleinere Forschungsarbeiten für eine Bearbeitung in Frage:

  • Global Teaching. Was bedeutet Globalität für die Lehre in Uni und Schule
  • Frauen schreiben über „ihr“ Afrika (Frauenprojekt von Prof. Sutherland Uni Legon)
  • Story-Telling. Welche Bedeutung hat Geschichtenerzählen (Oralität) für Unterricht an Schule und Hochschule
  • Living at the Seaside. Studierende machen einen Film mit Schülern über das Leben am Meer. Kooperation mit Filmemacher Johannes Preuss, vergleichbarer Film in Deutschland (geplantes Projekt mit Prof. Dr. Yaw Ofosu-Kusi)
  • Geschichtsplattform : Ghana- Westindische Inseln- Flensburg. Slaves-Sugar-Rum (Gedenkjahr 2017 zum dänischen Kolonialismus vorbereiten)
  • Konzept für ein integriertes Fach Weltkunde, können wir von Ghana lernen. Übertragung von der Schule auf die Hochschule. Wie kann man Lehrer vorbereiten darauf, dieses Fach zu unterrichten?
  • Mediengebrauch von Kindern im Gastland und in Deutschland (Umfrage)
  • Gender. Lehramt ist in Deutschland „weiblich“, in Ghana „männlich“. Wie stehen Familie und Umwelt zur Berufswahlentscheidung und Lebensplanung?
  • Lernen in der Fremde. Migration and Education
  • Europa-Afrika. Gibt es eine kontinentspezifische Literatur?
  • Leit- und Orientierungsfiguren, Heroen

 
Das besondere Ziel eines Praxissemesters im Ausland ist es, neben praktischen Erfahrungen und Reflexionen über das Arbeits- und Handlungsfeld Schule sowie der Übung bei der wissenschaftlichen Bearbeitung von Fragestellungen aus dem eben diesem Praxisfeld auch interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Zukünftige Lehrerinnen und Lehrer sollten in der Lage sein, die Bereiche Erziehung, Schule und Bildung in ihrer weltweiten Vielfalt einzuordnen. Sie sollten sowohl sich selber als auch ihre Schülerinnen und Schüler als Teil in einer weltweiten Verflochtenheit der Kulturen verstehen können. Für Studierende aus einem Land des Globalen Nordens stellt gerade ein Aufenthalt in einem Land des Globalen Südens eine elementare Lernerfahrung und Erweiterung des Horizontes dar.

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