seit 2012: studentisches Recycling-Projekt in Ghana

Ob globale Erwärmung, Smog oder Reduktion der Vegetationenvielfalt; Problemfelder, die gerade in den Industrienationen derzeit in Wirtschaft, Politik und Medien diskutiert werden. Geschuldet sind diese „Naturphänomene“ primär den Industrieabfällen der großen Konzerne, aber auch der Nachlässigkeit und Leichtsinnigkeit eines/ einer jeden Einzelnen – Umweltkatastrophen und Krankheiten sind die Folge. Diese negative Entwicklung führte dazu, dass immer mehr Menschen umweltbewusster zu leben versuchten (gerade in den Ballungszentren und Großstädten) und für ihr eigenes ökologisch nachhaltiges Handeln sensibilisiert wurden.

Aber auch in Ländern des Globalen Südens halten Fragen nach einer umweltbewussteren und nachhaltigeren Lebensweise immer mehr Einzug in die öffentlichen Diskussionen. Denn Müll, insbesondere Plastik, stellt auch in zahlreichen Ländern Westafrikas ein großes Umweltproblem dar. Mehr als 270 Tonnen Abfall des synthetischen Stoffes fallen täglich (alleine in Ghana) an, wobei nur etwa 2% dessen recycelt werden. Den größten Anteil daran machen die sogenannten „Sachets“ aus, kleine mit Wasser gefüllte Beutel; die gängige Art, hygienisches Trinkwasser zu produzieren.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, haben sich zahlreiche Organisationen gegründet, wie zum Beispiel die Initiative „Trashy Bags“. Plastikreste werden zusammengesammelt, recycelt und so für einen gänzlich neuen Gebrauch umdefiniert. Daraus erstellt werden Taschen, Portemonnaies oder auch Kleider. Stand das Projekt Anfang 2010 noch in den Kinderschuhen, so hat die Organisation in den vergangenen drei Jahren einen derartigen Aufschwung erfahren, dass sie mittlerweile ihre Recyclingprodukte global vermarkten kann.

Dieser Link leitet auf die Website der Initiative „Trashy Bags“ weiter: http://www.trashybags.org/

Durch diese neue Form der Wiederverwendung wird aber nicht nur lediglich das „Verschmutzungsproblem“ der Umgebung reduziert; durch parallel stattfindende Aufklärungsarbeiten soll das Umweltbewusstsein der Menschen gefördert werden, um diese für einen nachhaltigeren Umgang mit eigenen Abfällen zu sensibilisieren.

Auch eine Gruppe Studierender der Europa-Universität Flensburg, die ihr Schulpraktikum in Ghana absolvierte, hat 2012 diese Projektidee aufgegriffen und die eigenen aufgebrauchten Wasserbehältnisse über mehrere Wochen hinweg gesammelt und verwahrt. Daraus entstanden mehr als 150 kleine Taschen und Beutel, die sie hier, in Schleswig-Holstein, bei verschiedenen Anlässen präsentieren und verkaufen. Der Erlös des Verkaufs kommt dem aus den Ghana-Aktivitäten entstandenen Verein „Cultural Diversity e.V“ (siehe auch Menüpunkt „Vereine“) zugute. Somit fließen die Einnahmen des Verkaufs, durch breit gefächerte Projekte des Vereins vor Ort, wieder zurück ins Ursprungsland Ghana.

(Text und Layout: Nina Paarmann, Foto Alica Petersen-Herrmann)

Eine der Sachet-Taschen, entstanden in Ghana 2012

Eine der Sachet-Taschen, entstanden in Ghana 2012 l Foto: Alice Herrmann

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