Aktuelles 2017

Bericht/Fotodokumentation 25 Seiten zum Thema: Spuren des Deutschen Kolonialismus in Ghana: VW-Forschungsprojekt 2013-2018 unter der Leitung von Dr. Wazi Apoh (University of Ghana, Legon/  Accra)

 
Dr. Wazi Apoh, Head des Department für Archäologie an der University of Ghana, Legon (bei Accra), beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte des preußisch-brandenburgischen, deutschen und britischen Kolonialismus in Ghana, sucht nach Spuren und Relikten insbesondere in der Volta-Region und diskutiert mit verschiedenen Gruppen und Akteuren Fragen der erinnerungskulturellen Auswertung und Aufarbeitung der Kolonialzeit.
 
2013 wurde Wazi Apoh von der VW-Stiftung ein dreijähriges Forschungsprojekt aus dem Programm „Knowledge for Tomorrow. Postdoctoral Fellowships in the Humanities in Sub Saharan Africa and North Africa” bewilligt, um seine Feldarbeiten vor Ort zu ermöglichen. Jährlich integriert er zudem explizit auch Archäologie-Studierende seiner Seminare in die Feldarbeiten vor Ort. Angesichts der erfolgreichen Arbeit wurde dieses  Projekt 2016 um zwei weitere Jahre verlängert.
 
Vom 27. – 31. Oktober 2016 wurden die Mentoren des VW-Projektes von Dr. Wazi Apoh zu einer Tagung an der University of Ghana, Legon eingeladen, auf welcher der aktuelle Stand aufgezeigt und die geplanten Aktivitäten für die kommenden zwei Jahre vorgestellt und diskutiert wurden. Neben einer Fortsetzung der Ausgrabungen an weiteren Orten in der Volta-Region stehen die historische Aufbereitung und erinnerungskulturelle Einordnung der Funde im Fokus. Wazi Apoh hat inzwischen in einer Reihe von Aufsätzen Details seiner Forschungen publiziert. Auch ca. 20 Studierende nahmen mit großem Interesse an der Tagung teil.
 
Den 25 seitigen Bericht von Bea Lundt/Nina Paarmann mit Fotodokumentation der Tagung in Accra sowie der Exkursion zu den Ausgrabungsstätten 2016 finden Sie hier zum download:
Wazi Bericht 2017 Final

 

Juni 2017: The 2nd Kwame Nkrumah Pan-African Intellectural Conference & Cultural Festival 

 

– Global Africa 2063: Education for Reconstruction and Transformation –

 
25.06. – 01.07.2017 an der „University of Ghana Legon“

Dieses Event wird vorbereitet von und findet statt am Institute of African Studies der University of Ghana Legon (bei Accra) vom 25. Juni -1. Juli 2017. Die erste  Konferenz dieses Namens wurde im Jahre 2010 organisiert.
 

Der Hintergrund der aktuellen Konferenz ist die Agenda 2063, die am 30./31.01.2015 von der AU (African Union) in Addis Abeba (Äthiopien) verabschiedet wurde. Leitbild dieses Zukunftsplans, so beschreiben es auch die Veranstalter der Tagung, “ is an integrated, prosperous and peaceful Africa driven by its own resources and representing a dynamic force in the international arena.“

 

Nähere Informationen unter:

 

Die African Studies der University of Ghana Legon wurden 1963 eröffnet vom ersten Präsidenten Ghanas, Kwame Nkrumah.
 

Das Foto unten zeigt Bea Lundt vor dem Relief Kwame Nkrumahs, welches sich am Haupteingang der African Studies befindet. Den Beinamen „Osagyefo“ erhielt er 1957 im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitserklärung Ghanas. Der Begriff stammt aus der Sprachfamilie der Akan und bedeutet übersetzt „Erlöser“.

 
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Auf diesem Foto: Bea Lundt vor dem Relief Kwame Nkrumahs vor dem Eingang der African Studies der University of Ghana Legon. l Foto: Nina Paarmann


 
Im Rahmen der Konferenz wird der neu erschienene Band über Nkrumah: „Kwame Nkrumah. A controversial african Visionary. Stuttgart 2016 (Bea Lundt, Christoph Marx eds.)“ vorgestellt werden:
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Termin der Buchvorstellung: 29.06.2017, 8.30 -10.00 Uhr. Zunächst wird Prof. Bea Lundt einen Überblick über Konzeption und Inhalt des Bandes referieren. Anschließend stellen vier weitere AutorInnen ihre Kapitel vor. Eine Diskussion wird folgen.

 

Juni 2017: Vortrag über Kwame Nkrumah auf der Tagung „Männlichkeiten zwischen Kulturen“

 
vom 1.-3. Juni 2017 in Stuttgart-Hohenheim, veranstaltet von AIM GENDER
 

Der erste Präsident Ghanas, Kwame Nkrumah (1909-1972) wurde auch unter dem Gesichtspunkt der Gender Studies erforscht. Mit der Transformation des Landes aus dem Status der Kronkolonie „Gold Coast“ in die Unabhängigkeit eines modernen demokratisch regierten Nationalstaates waren grosse Hoffnungen verbunden. Es stellen sich auch Fragen nach einem Wandel der Geschlechterrollen. Für die Funktion des „Leiters“ an der Spitze eines Nationalstaates gab es in den afrikanischen Ethnien, die in dem neuen Land zusammengeschlossen wurden, keine traditionellen Rollenvorbilder. Oder doch? Findet sich die Gestalt des Chiefs im neuen Gewand, dem westlichen Anzug? Welches Modell stellte Nkrumah als Mann für sein Land dar?  Welche Art der Männlichkeit favorisierte und repräsentierte er? Die These wurde aufgestellt, er habe das Vorbild einer asketischen Männlichkeit des extremen Arbeitseinsatzes gelebt. Aber ist die Mentalität der Arbeitsaskese nicht an den Protestantismus gebunden, wie er sich in der Frühen Neuzeit in Europa entfaltete? Zudem änderte sich sein Verhallten im Laufe seiner Regierungszeit bis zu seinem Sturz durch den CIA. War er ein Held oder ein Diktator, so wird gefragt.
Im Rahmen der Sektion „Interkulturelle Männlichkeit und Individuum“ wird Bea Lundt das Thema in einem Vortrag aufgreifen:

 

Ohne Modell und Vorbild?
Von der ambivalenten Rezeption der Männlichkeit des Kwame Nkrumah (1909-1972)
 

AIM GENDER beschreibt sich selber so:

„Ziel des Arbeitskreises AIM GENDER ist die fächerübergreifende gegenseitige Wahrnehmung und Kooperation von Forschern und Forscherinnen aus Geschichts-, Literatur-, Kultur- und Politikwissenschaften sowie der Soziologie, die zum Thema Männlichkeiten und deren Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart arbeiten. Vertreter anderer Fachrichtungen sind willkommen.“

Das vollständige Programm findet sich unter: http://www.akademie-rs.de/vakt_21170

 

Februar 2017: Tagung zum Thema: „Der erste Weltkrieg globalgeschichtlich betrachtet – Perspektiven für den Geschichtsunterricht.“

(an der Universität Augsburg, 13.-14.02.2017)
 
Konzept und Programm der Tagung, die für den Arbeitskreis „Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht“ in der KGD (Konferenz für Geschichtsdidaktik)  von der Vorsitzenden des AK, Prof. Susanne Popp, Universität Augsburg, ausgerichtet wurde, finden Sie bei H-Soz-und-Kult vom 11.01.2017 unter: unter: http://www.hsozkult.de/searching/id/termine-32955?title=der-erste-weltkrieg-globalgeschichtlich-betrachtet-perspektiven-fuer-den-geschichtsunterricht&q=susanne%20popp&sort=&fq=&total=175&recno=4&subType=event
 
Im Programm auch ein Vortrag von Bea Lundt zum Thema:
 
„Der erste Weltkrieg und West Afrika. Positionen aus Europa und Afrika und ihre erinnerungskulturelle Bedeutung“
 

Neuerscheinung 2017

 

Im Januar 2017 erschien der folgende Band:

 

Bärbel Völkel, Tony Pacyna (Hg.): Neorassismus in der Einwanderungsgesellschaft. Eine Herausforderung für die Bildung. Transcript-Verlag Bielefeld 2017, 262 S.
Neorassismus in der Einwanderungsgesellschaft
Darin der Aufsatz von Bea Lundt: „Die koloniale Mentalität in nachkolonialer Zeit. Zu Genese, Erscheinungsformen und Wandel einer Bewusstseinsform. S. 57 – 88.“
Weitere Informationen zum Inhalt finden Sie auf der homepage des transcript-Verlages unter: http://www.transcript-verlag.de/media/pdf/0b60985b97f0478126161b05e9e8b03b.pdf

 

Restaurierung eines Missionshauses der Bremer Mission in Ho, Volta Region (Ghana)

 
Januar 2017: Dr. Günther Rusch aus Ho (Ghana) schickt uns eine Information über die geplante Nutzung eines deutschen Gebäudes aus der Kolonialzeit. Es handelt sich um das Missionshaus der Bremer Mission in Ho, das wir im Oktober 2016 besichtigten. Das Gebäude wird auch zur Zeit noch benutzt, ist aber sehr baufällig.

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Diese Seite wurde uns von Dr. Günther Rusch aus Ho übermittelt.

Auf der Exkursion der Mentoren des VW-Forschungsprojektes von Dr. Wazi Apoh (University of Ghana Legon bei Accra) zur Ausgrabung von Gebäuden aus der Deutschen Kolonialzeit in der Volta-Region konnten wir uns im Oktober 2016  ein Bild machen vom Zustand dieses Gebäudes.
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Prof. Dr. Bea Lundt (Berlin) und Prof. Dr. Sebastian Conrad (Freie Universität Berlin) bei der Besichtigung des Missionsgebäudes in Ho 2016

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Deutsches Kolonialgebäude in Ho. Prof. Dr. Sebastian Conrad (Freie Universität Berlin) und Prof. Dr. Maria-Theresia Starzmann (New York) 2016

Der Umbau ist kostspielig, stellt aber eine faszinierende Aufgabe dar.  Erinnerungskulturell ist eine solche Neugestaltung von grosser Bedeutung und würde in die ehemals deutsch kolonisierte Region hineinstrahlen.
Wir bitten daher um Spenden auf das angegebene Konto.
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Diese Seite wurde uns von Dr. Günther Rusch aus Ho übermittelt.

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